Schon seit Juli 2024 wohnen die meisten von uns in unserem neuen Zuhause. Es hat gedauert, bis alle eingerichtet waren, sich an die neue Umgebung und die neuen Wege zur Arbeitsstelle,zur Schule und zur Kita gewöhnt hatten. Obwohl am Bau noch immer nicht alles fertig ist, ist mittlerweile eine gewisse Routine eingekehrt und wir sind bereit, unsere regelmäßigen Workshops wieder aufzunehmen. 31 Personen inklusive der kleinsten Kinder nahmen in unserem [cuIvée] am ersten Workshop 2026 teil. Drei größere Arbeitsphasen waren geplant. In den Pausen gab es wieder Energiebooster, nämlich wie immer schmackhafte, selbst zubereitete Speisen – von Sommerrollen über Salate und Ofengemüse bis hin zu Zimt-Kardamom-Knoten, zuckerfreiem, veganen Mohn-Apfelkuchen und vielen anderen Leckereien
Das Jahr 2026 wird für uns zum Jahr der Transparenz. Es geht zum einen darum, unser „Unternehmen“ wirtschaftlich auf solide Zahlen zu stellen, nachdem der Betrieb angelaufen ist, und zum anderen darum, unser Zusammenwohnen weiter auszugestalten.

Als eine Herausforderung hatte sich in der ersten Wohnphase herausgestellt, dass wichtige Informationen auf den von uns genutzten Kanälen nicht regelmäßig für alle weitergegeben werden, manchmal verloren gehen oder nicht als wichGg erkannt werden. So entstand in der Gruppe einerseits der Wunsch nach mehr Information und andererseits auch der Wunsch Informationen teilen zu wollen. Wie wir in diesem Workshop gelernt haben, sind das „Spannungen“, die die Grundlage für das spannungsbasierte Arbeiten darstellen. Bei dieser Methode, mit der wir bei diesem Workshop im ersten Teil gearbeitet haben, gibt es vier Säulen: Personen teilen Informationen, Personen fordern Informationen ein, Personen fordern ein To Do ein (Wer erledigt welche Aufgabe bis wann?) und zu guter Letzt eine Rolle ggf. erweitern oder eine neue einrichten. Mit Hilfe dieser Methode konnten in der ersten Arbeitsphase alle Anwesenden auf den gleichen Informationsstand gebracht werden und ein paar neue To Dos identifiziert werden.
Im Vorfeld hatten wir, so gut es ging, die von uns erbrachten Eigenleistungsstunden im letzten Jahr, bezogen auf unsere Rollen, erfasst und aufgelistet. So konnten wir die Posten in Kleingruppen durchgehen und Prognosen zur Anzahl der notwendigen Stunden für dieses Jahr erstellen – immer gemäß unserem bewährten Motto: Gut genug für jetzt – sicher genug um er auszuprobieren.
Es ergab sich in Summe eine geringere Anzahl als angenommen, schätzungsweise 700 Stunden pro Monat.
Auch versuchten wir notwendig werdende Ausgaben zu erfassen, damit jedes Arbeitsteam über ein angemessenes Budget verfügen kann. Sehr aufschlussreich war der Überblick über Ausgaben und Einnahmen der Gemeinschaftsflächen. Zu unserer Erleichterung stellte sich heraus, dass wir sogar in der Anlaufzeit mehr eingenommen als ausgegeben hatten. Das bestärkt uns, dass wir mit dem Betreiben des [cuIvée] und der Gästezimmer eine gute Entscheidung getroffen haben.
In der letzten Arbeitsphase, wieder in Kleingruppen, sammelten wir unter den Stichworten „Stop“, „Keep“, „Start“ all das, was wir nicht mehr brauchen, was wir weiterführen oder neu beginnen wollen.
Nach einem arbeitsintensiven Tag ging wir zufrieden und guter Stimmung mit konkreten Informationen und Arbeitsaufträgen auseinander. Alle freuten sich, dass der Enthusiasmus, der uns in der Planungsphase begleitet hat, auch ein Mitbewohner geworden ist. Auf den nächsten Workshop Anfang Mai sind alle schon sehr gespannt.
